GNOME3 Infos

Ich habe ja vor ein paar Tagen bereits über meinen ersten Kontakt mit GNOME 3 berichtet.

Auf den Blog einer GNOME-Entwicklerin gibt es jetzt auch ein erstes Video der neuen Nutzerschnittstelle zu sehen.

Hier die kurzen Antworten zu ein paar Fragen zu GNOME3:

Wie stark sind die Anforderungen an Grafikkarten und Treiber gesteigen?

Kaum. Die GNOME-Shell bzw. der neue Fenstermanager “Mutter” benötigt 3D-Unterstützung des Treibers, was passiert, wenn diese nicht vorhanden ist, habe ich noch nicht ausprobiert. (Momentan zeigt sich dann das altbekannte GNOME2-Panel, ob das so bleibt, weiß ich aber nicht) Die 3D-Anforderungen von GNOME3 sind marginal, auf einem anderen Rechner läuft es sogar mit den OpenSource Radeon Treibern recht flüssig. Bei wem also derzeit Compiz mit wenigen Effekten lauffähig ist, der muss sich keine Sorgen um GNOME3 machen. Zudem existiert ja noch immer ein Fallback, sollte die 3D-Unterstützung versagen.

Wie hoch ist der Ressourcenverbrauch von GNOME3?

Momentan ein wenig geringer als der Standard-KDE Plasma Desktop. Hier müsste ich mal längere Zeit Messungen machen, um was dazu zu sagen. Aber bis jetzt ist alles im grünen Bereich. Vergleiche mit GNOME2 kann ich leider nicht anstellen, da ich kein GNOME2 so direkt installiert habe. (Teste hier übrigens auf einem Rechner mit 1GB RAM, AMD Athlon X2 Prozessor (2,4GHz) und Nvidia Billig-Grafikkarte mit proprietärem Treiber – kein wirkliches Highend-System, selbst mein Notebook ist schneller) GNOME3 sollte damit auf allen Rechnern die in den letzten Jahren gekauft wurden laufen. Bei älteren Modellen kann man ja noch die Fallback-Lösung ausprobieren.

Funktioniert der alte GNOME-Netzwerkmanager noch?

Ja. Einfach die Anwendung “nm-applet” manuell starten, und der Netzwerkmanager zeigt sich. Die GNOME3-Netzwerkunterstützung ist aber in der Version, die ich hier am laufen habe, noch extrem verbuggt und nicht wirklich gut zu benutzen, vor allem nicht, wenn man ausgefallenere Funktionen benötugt.

Was ist der einfachste Weg, GNOME3 zu installieren?

Obwohl es anscheinend PPAs für Ubuntu gibt, würde ich dazu raten, es mittels JHBuild selbst zu kompilieren. (So ist man up-to-date) Ich dazu ein Debian-Sid System hier, wer will kann ein paar Hilfsdateien (Abhängigkeiten, jhbuilrc) von hier beziehen. (Auch hilfreich ist die JHBuildIssues Wikiseite, um Fehler zu umgehen) Risikofreudige können auch Debian Experimental aktivieren, die GNOME3-Pakete dort scheinen auch recht aktuell zu sein. Theoretisch kann man GNOME aber auf jeder anderen aktuellen Distribution auch kompilieren.

6 Comments

  • Baul commented on 26. January 2011 Reply

    Danke! Ich werd demnächst dann auch einmal GNOME 3 ausprobieren 😀 Was freu ich mich schon auf das Release!

  • serenity commented on 26. January 2011 Reply

    „Momentan ein wenig geringer als der Standard-KDE Plasma Desktop.“

    Teste das ganze bitte mal mit KDE 4.6, würde mich interessieren ob sich da was getan hat im Vergleich.

    • Markus commented on 26. January 2011 Reply

      Da Mutter und KWin (und Compiz) nicht identisch sind, sind liegt das Gewicht des jeweiligen Ressourcenverbrauchs auch anders und kann auch vom Treiber her variieren. Während Mutter als hauptsächlich von Intel entwickelter Fenstermanager vermutlich mit Intel-Treibern gut getestet ist, gab’s (zumindest in der Vergangenheit) schon Inkompatibilitäten von KWin zu Intel-Treibern.

      Pauschalaussagen zum Ressourcenverbrauch sind daher nicht machbar.

  • Markus commented on 26. January 2011 Reply

    Soweit ich informiert bin, startet bei fehlender 3D-Unterstützung aktuell noch der klassische GNOME-2.x-Desktop. Könnte mir allerdings denken, dass der aus GNOME 3.x irgendwann entfernt wird, wenn LLVMpipe als Software-3D-Renderpfad ausreichend schnell ist.

  • cirrus7 commented on 27. January 2011 Reply

    Bin gerade am Testen von Gnome 3. Für Intel Treiber kann ich folgendes berichten: Desktop-Effekte laufen mit Gnome 3 sehr flüssig mit Intel Clarkdale GPU und 1900×1080 Auflösung.

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